Patientenaufklärung bei Beschneidungen


Da die Erwartungen bei kosmetischen Eingriffen sehr hoch sind, es aber laut Statistik bei rund 40 % der Eingriffe zu Komplikationen kommt, ist die Aufklärung noch wichtiger, als bei therapeutischen Eingriffen. Richter fordern jetzt für kosmetische Operationen „schonungslose Aufklärung“.

Im Fall der Beschneidungen ist vor allem auf die schon organbedingte erhöhte Blutungsbereitschaft hinzuweisen. Es kann zu Nachblutungen kommen, die nicht immer mit einem starken Druckverband zu beheben sind, sondern es muß erneut eine operative Blutstillung vorgenommen werden.

In der Regel werden Gefäße mit bipolaren Pinzetten verschorft, bei großen Gefäßen oder einem starken Blutaustritt im tiefer liegenden Gewebe müssen Unterbindungen mit einem Faden vorgenommen werden. Nachfolgend kann dies auch die normale Wundheilung beeinträchtigen.
Da wie bei jeder Operation Nerven durchtrennt werden können und vor allem der Bereich des Bändchen sehr empfindlich ist, können auch Sensibilitätsstörungen auftreten, die den Geschlechtsverkehr beeinträchtigen.

Zunehmend kommen Patienten mit ganz präzisen Wünschen.
Sprach man früher nur von der radikalen, subradikalen oder partiellen Zirkumzision, wird der Urologe heute mit den Ausdrücken „high and tight oder low and loose (circlist.de) konfrontiert. Von leicht gekräuselt vor der Eichel oder einem etwas größeren rosa Rand, oder gar keinem rosa Rand sind die Wünsche extrem präzise und damit auch unerfüllbar geworden,

Da der Penis ein Organ ist, das auch während der Operation seinen Zustand häufig verändert, hat man im erigierten Zustand den Eindruck, die Vorhaut sei total entfernt. Schrumpft der Penis beim Vernähen, bleibt doch mehr Vorhaut als gewünscht übrig.
Wird die Vorhaut zu weit entfernt, um diesen in Mode gekommenen rosa Rand zu erhalten, kann es sein, dass der Hodensack bei der Erektion später sozusagen hochgezogen wird.

Häufigste Komplikationen:

Nachblutung
Blutergüsse,
starke Oedeme
Infektion
Wundheilungsstörung
Die Vorhaut ist zu radikal oder nicht radikal genug entfernt

 

Dr. med. Hans-Eberhard Mellin  40211 Düsseldorf  Oststr. 36 0211-35 69 63

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